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Herr Schröder hat Fernweh.

War ja klar. Da wollte Herr Schröder nach längerer Zeit mal wieder einen Bummel durch die Fußgängerzone machen und dann das. Regen ist ja gar kein Ausdruck. Die Suppe von oben stand ja förmlich in den Straßen. Also ist Herr Schröder gerannt. Geflohen, eigentlich. Ein Glück, dass in den City-Arkaden der Wuppertaler Regen nie eine Rolle spielt … im fernen Süden übrigens auch nicht. Irgendwie sind gerade alle weg. Wirklich alle.

Frau Hintermann von gegenüber hat ihrem Mann eine Kreuzfahrt geschenkt. Nur Herr Schröder konnte sich wieder einmal nicht entschließen was zu buchen. Urlaub hat er ja. Seine Frau auch. Aber wohin? Und für wie lange? Herr Schröder ist nicht der aller Entscheidungsfreudigste. So wie er auch heute Morgen so unschlüssig war. Vielleicht mal eine Runde durch Elberfeld bummeln, während seine Frau Julia bei der Massage ist? Ja, warum nicht? Gemütlich durch die Straßen schlendern ... und dann kam das nächste Gewitter.

Davon spürt er jetzt nicht mehr viel, während er durch die City-Arkaden läuft, in die er sich schnell geflüchtet hat. Wäre er mal besser gleich hierhin gegangen. Doch auch hier fühlt er sich ... ziellos. Halt einfach abwartend, bis Julia fertig ist. Eigentlich ist es ja auch keine Massage, sondern ein ganzer Wellnessvormittag.

Gerade hat er sich im Schlussverkauf zwei neue Kurzarmhemden gekauft, aber an sich braucht er nichts. Was er braucht, ist ... ein Tapetenwechsel. Was er braucht ist ... Venedig? Das wunderschöne Bild mit der Gondel entdeckt er gerade in einem Geschäft. Sieht das toll aus. Da möchte er jetzt am liebsten sein. Und warum nicht? Einfach so, ganz spontan. Schnell mal die Wetter-App checken. 33 Grad. Sonne. Tagsüber an den Strand am Lido, abends ins Nachtleben in der Altstadt. Heute packen, morgen fliegen.

Wo war jetzt nochmal das Reisebüro? Er weiß genau, hier gibt es eins. Es ist nach diesem Reisepionier benannt, der schon Mitte des 19. Jahrhundert Pauschalreisen angeboten hat. Komisch, so was merkt sich Herr Schröder.

Und jetzt hat er das Reisebüro auch gefunden.

„Ja, guten Tag ...“, beginnt er zögerlich, „ich glaube, ich möchte mit meiner Frau nach Vendig. Und ich glaube auch, damit überrasche ich sie jetzt einfach mal.“

„Gut“, sagt die freundliche Reiseexpertin lächelnd, „und ich glaube, da lässt sich was machen. Nehmen Sie Platz.“

Gut zwanzig Minuten später hat er sich ein wenig in Unkosten gestürzt, aber das muss Julia genauso wenig wissen, wie die Tatsache, dass sie heute Abend noch Koffer packen darf. Die wird staunen. Hoffentlich.

Halt, eins fehlt noch: Der passende Reiseführer. Den lässt er sich dann gleich als Geschenk verpacken und überreicht ihn ihr morgen früh feierlich am Flughafen. Also schnell noch in die ...

... tja: in welche Buchhandlung läuft Herr Schröder jetzt noch schnell? Und wo hat er seinen spontanen Trip nach Venedig eigentlich gebucht?